Hendrik Petrus Berlage - Amsterdam Beurs
Hendrik Petrus Berlage - Netherlands
Amsterdam Beurs
Beursplein / Damrak 267, Amsterdam

1884 - 1903

The current stock exchange building in Amsterdam replaced the so-called Zochersche Börse of 1845. The now famous building has a longer history of development. As early as the late 1870s, various designs by architects, whether commissioned or not, emerged for different locations. In 1884, an official competition was held in which a total of 199 entries were submitted. From this large number of entries, five teams were selected to design, including Hendrik Petrus Berlage. Due to copyright problems and messy disputes, the competition was massively delayed. Thanks mainly to the persistence of Councillor Treub, Hendrik Petrus Berlage was allowed to submit a new design in 1896, albeit without façades. Around two years later, he received the official commission to build the new stock exchange.
The ground plan disposition had already been largely determined in advance due to functional requirements, so that the design concentrated on a system of proportions. Here, the floor plans follow a module of 3.8 metres, and the elevations are regulated by the so-called "Egyptian" triangle, which creates a 5:8 ratio. What is remarkable is the great uniformity in the external appearance. The numerous different functions such as offices, large halls and entrances are subordinated to the totality. Along the Damrak runs a uniform, elongated, continuous façade with carefully arranged windows, which is enlivened by vertical elements. The large rectangular halls are located on the east side along the sloping edge of the building. The two short sides, on the other hand, are composed more as a collection of individual building volumes. For example, the tower on the south side is asymmetrical in relation to the position of the main entrance, and the north façade is highly fragmentary with a prominent gap as the grain exchange is set well back and surrounded by a low gallery. Inside, the large halls are spanned by arched steel trusses that remain visible. The ornamentation of the building is remarkable, which relates in each case to function and construction, for example the stone consoles, end stones or door lintels, but also the most diverse elements of the finishing.
In today's perception, the Amsterdam Stock Exchange and its architect Hendrik Petrus Berlage are decisive for the emergence of modern architecture in the Netherlands. The stock exchange building represents the transition from Art Nouveau to Objectivity and from Ramantism to Rationalism, and became a model for the Amsterdam School but also for Modernism. At the end of the 1950s, the demolition of the building was considered, but this met with great protest from the Dutch architectural community. The stock exchange was gradually moved to other buildings from 1984. Today the main hall, the former Commodity Exchange, is mainly used for exhibitions and larger events. The two smaller halls are used as concert and rehearsal rooms, and the majority of the offices are rented to companies from the cultural sector. In addition, the former main entrance has been converted into a "Grand Café".


Das heutige Börsengebäude in Amsterdam ersetzte die sogenannte Zochersche Börse von 1845. Das heute berühmte Gebäude hat eine längere Entstehungsgeschichte. Bereits Ende der 1870er Jahre entstanden verschiedenen Entwürfe von Architekten, ob beauftragt oder nicht, für unterschiedliche Standorte. Im Jahr 1884 wurde ein offizieller Wettbewerb durchgeführt, bei dem insgesamt 199 Beiträge eingereicht wurden. Aus dieser grossen Anzahl Arbeiten wurden fünf Teams für den Entwurf ausgewählt, darunter auch Hendrik Petrus Berlage. Aufgrund von Problemen mit dem Urheberrecht und unschönen Streitigkeiten verzögerte sich der Wettbewerb massiv. Vor allem dank der Hartnäckigkeit von Stadtrat Treub erhielt Hendrik Petrus Berlage 1896 die Erlaubnis einen neuen Entwurf, wenn auch ohne Fassaden, vorzulegen. Rund zwei Jahre später erhielt er den offiziellen Auftrag für den Bau der neuen Börse.
Bereits im Vorfeld war die Grundrissdisposition aufgrund funktionaler Erfordernisse weitgehend festgelegt werden, so dass sich der Entwurf auf ein Proportionssystem konzentrierte. Dabei folgen die Grundrisse einem Modul von 3.8 Meter, und die Ansichten werden durch das sogenannte "ägyptische" Dreieck, das ein Verhältnis 5:8 erstellt, reguliert. Bemerkenswert ist die grosse Enheitlichkeit in der äusseren Erscheinung. Die zahlreichen unterschiedlichen Funktionen wie Büros, grosse Hallen und Eingänge ordnen sich der Gesamtheit unter. Dem Damrak entlang verläuft eine einheitliche, langgestreckte, kontinuierliche Fassade mit sorgfältig angeordneten Fenster, welche durch vertikale Elemente belebt wird. Die grossen rechteckigen Hallen befinden sich an der Ostseite entlang der schrägeb Gebäudekante. Hingegen sind die beiden kurzen Seiten eher als eine Ansammlung von einzelnen Bauvolumen komponiert. So ist zum Beispiel der Turm auf der Südseite asymmetrisch in Bezug auf die Position des Haupteingangs angeordnet, und die Nordfassade ist stark fragmentarisch und weist eine markante Lücke auf, da die Getreidebörse weit zurückversetzt liegt und von einer niedrigen Galerie umgeben wird. Im Inneren werden die grossen Hallen von gewölbten, sichtbar bleibenden Stahlbindern überspannt. Bemerkenswert ist die Ornamentik des Gebäudes, welche sich jeweils auf Funktion und Konstruktion bezieht, so zum Beispiel die Steinkonsolen, Schlussteine oder Türstürze aber auch verschiedenste Elemente des Ausbaus.
Die Amsterdamer Börse und der Architekt Hendrik Petrus Berlage sind in der heutigen Warhnehmung massgebend für das Aufkommen der modernen Architektur in den Niederlanden. Das Börsengebäude steht für den Übergang von Jugendstil zu Sachlichkeit und von Ramantik zu Rationalismus, und wurde zum Vorbild für die Amsterdamer Schule aber auch für die Moderne. Ende der 50er Jahre wurde ein Abriss des Gebäudes in Betracht gezogen, was aber auf grossen Protest der niederländischen Architektenschaft stiess. Die Börse wurde ab 1984 allmählich in andere Gebäude verlagert. Heute wird der Hauptsaal, die ehemalige Warenbörse, vorallem für Ausstellungen und grössere Veranstaltungen genutzt. Die beiden kleineren Säle werden als Konzert- und Proberäume verwendet, und die Büros sind mehrheitlich an Unternehmen aus dem Kulturbereich vermietet. Zudem wurde der ehemalige Haupteingang in ein "Grand Café" umgewandelt.