Gion A. Caminada - Switzerland
Multi Purpose Hall
Plaz Scola 80, Vrin
1995



The multi-purpose hall in Vrin, which is considered one of the most famous works of the local architect Gion A. Caminada, was created in close collaboration with the civil engineer Jürg Conzett. In the 1980s and 1990s several renewals and extensions of schools were created in many remote villages of the Grisons. The multi-purpose hall in Vrin is not the only case in which the architect was able to achieve national recognition by such a renewal.
The first classrooms in the remote village of Vrin were built in 1857 and 1901/02. The schoolhouse, which was also later renovated by Gion A. Caminada, dates back to 1963. This building, which is one of the few public spaces in the small community, was extended by Gion A. Caminada with the multipurpose hall. The existing building, which is located in an exceptionally beautiful spot in the center, does not justice to this place. Situated on a topographic terrace close to a steep slope, the site benefits from an extraordinary view. The image of Vrin is dominated by the school and the church, as they are the largest buildings in the village. The arrangement of an additional, relatively large volume was one of the difficulties to be solved.
With his design for the multi-purpose hall of Vrin, Gion A. Caminada chose the strategy of continuation of the existing. The new structure is located directly on the slope and consists of two main components. There is a massive concrete base and the timber construction above. The new building is connected to the existing school via a connecting wing. This connecting section with a sloping ramp allows access to the gym. This gymnasium is also used as a community hall and is the only profane meeting place in Vrin.
The use of wood as a building material was a logical decision, since the municipality of Vrin has ample stocks of fir wood. In addition to the advantage of local value benefit, the timber construction also blends in with the local building tradition. The outer shell of the wooden structure is clad with shingles, which have assumed a pleasant patina over the years due to the weather. Only the white wooden box windows, which stand out clearly in contrast to the facade, interrupt the homogeneous shell. Extraordinary in this timber construction are in particular the large spans, which were to be bridged in favor of the multi-purpose hall. In this respect, the influence of the civil engineer Jürg Conzett was of great importance, because the novel roof construction in wood is due to his ingenuity. The result is a binder construction as an understretched system. Five laminated wooden slats of 24 mm thickness serve as tie rods. At the supports, the layered boards are separated into individual lamellas and make the construction obvious. This construction method makes the entire roof space visible, and contributes significantly to the generous spatial effect. The interior of the multi-purpose hall, completely lined in wood, is determined by a warm room atmosphere. Two high-lying and different sized window bands on the long sides allow sufficient light exposure. Another window, at the southern end wall was arranged at eye level, and allows panoramic views towards Greina.


Die Mehrzweckhalle in Vrin, welche als eines der bekanntesten Werke des ortsansässigen Architekten Gion A. Caminada gilt, entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Bauingenieur Jürg Conzett. In den 1980er und 1990er Jahren waren im Kanton Graubünden in zahlreichen abgelegenen Ortschaften teilweise ausserordentliche Erneuerungen und Erweiterungen von Schulen entstanden. Dabei ist die Mehrzweckhalle in Vrin nicht der einzige Fall, bei welchem der Architekt überregionale Bekanntheit erlangen konnte.
Die ersten Unterrichtsräume in der entlegenen Gemeinde Vrin entstanden in den Jahren 1857 und 1901/02. Das später ebenfalls von Gion A. Caminada sanierte Schulhaus stamt aus dem Jahre 1963. Dieses Gebäude, welches zu den wenigen öffentlichen Räumen der kleinen Gemeinde zählt, wurde durch Gion A. Caminada um die Mehrzweckhalle erweitert. Das bestehende Gebäude, welches sich an einer ausserordentlich schönen Stelle im Ortskern befindet, konnte diesem Ort nicht gerecht werden. Auf einem topographischen Vorsprung nahe an einem steilen Abhang gelegen profitiert die Anlage von einer ungewöhnlichen Aussicht. Das Ortsbild von Vrin wird durch die Schule und die Kirche dominiert, handelt es sich doch um die grössten Bauten der Gemeinde. Die Anordnung eines zusätzlichen, relativ grossen Bauvolumens war dabei eine der zu bewältigenden Schwierigkeiten.
Mit seinem Entwurf für die Mehrzweckhalle von Vrin entschied sich Gion A. Caminada für die traditionelle Strategie des Weiterbauens. Der neue Baukörper liegt direkt an der Hangkante und besteht aus zwei Hauptkomponenten. Es handelt sich dabei um einen massiven Betonsockel und den darüber errichteten Holzbau . Über einen Verbindungstrakt wird der neue Baukörper an die bestehende Schule angebunden. Dieser Verbindungstrakt mit einer abfallenden Rampe ermöglicht den zugang zur Turnhalle. Diese Turnhalle wird zudem als Gemeindesaal genutzt, und ist als einziger profaner Versammlungsort in Vrin zu betrachten.
Der Einsatz von Holz als Baumaterial war eine logische Entscheidung, verfügt doch die Gemeinde Vrin über reichliche Bestände an Tannenholz. Nebst der vorteilhaften lokalen Wertschöpfung knüpft der Holzbau auch an die örtliche Bautradition an. Die Aussenhülle des Holzbaus ist mit Schindeln verkleidet, welche im Verlauf der Jahre durch die Witterung eine angenehme Patina angenommen haben. Lediglich die weissen Holzkastenfenster, welche gegenüber der Fassade markant hervorstehen, unterbrechen die homogene Hülle. Ausserordentlich an diesem Holzbau sind insbesondere die grossen Spannweiten, welche es zugunsten des Mehrzwecksaales zu überbrücken galt. In dieser Hinsicht war der Einfluss des Bauingenieurs Jürg Conzett von grosser Bedeutung, ist doch die neuartige Dachkonstruktion in Holz auf seinen Einfallsreichtum zurückzuführen. Entstanden ist eine Binderkonstruktion als unterspanntes System. Fünf aufeinander geschichtete Holzlamellen von 24 mm Stärke dienen als Zugbänder. An den Auflagern werden die geschichteten Bretter in einzelne Lamellen aufgetrennt und machen die Konstruktion augenfällig. Diese Konstruktionsweise lässt den gesamten Dachraum einsehbar, und trägt massgeblich zur grosszügigen Raumwirkung bei. Das Innere der Mehrzweckhalle, komplett in Holz ausgekleidet, wird durch eine warme Raumatmosphäre bestimmt. Zwei hoch liegende und unterschiedlich grosse Fensterbänder an den Längsseiten lassen eine ausreichende Belichtung zu. Ein weiteres Fenster, an der südlichen Stirnseite wurde auf Augenhöhe angeordnet, und erlaubt Panoramablicke Richtung Greina.